Twitterweinverkostung 5.2 “Johners Spätburgunder” #twv
Am Rosenmontagabend (deshalb waren wohl einige Stamm-twvler leiderabwesend) fand der 2. Teil der 5. Twitterweinverkostung mit einem 2007er Blauen Spätburgunder des badischen Weinguts Johner aus Vogtsburg-Bischoffingen statt, die wiederum mit innovativem technischen Aufwand von Patrick Johner kommentiert wurde. Ich habe die Probe mit der Fassprobe aus dem “großen” Johner-twv-Paket erweitert. Diese #twv hat Einiges ans Licht gebracht: Die Johners machen vorzügliche Rotweine, die Technik hat doch bisweilen ihre Grenzen, mein ansonsten so braves Baby kann doch einen ganzen Abend lang brüllen und ich habe über Video eine sehr apokalyptische (vgl. @DonSimon) Ausstrahlung *g
- Der 2007er Blaue Spätburgunder: recht dunkles Rot, schon recht offene Nase nach Sauerkirschen, Himbeere, zarte Rösttöne, mit viel Zeit verändert sich das Bouquet hin zu reifen Schwarzkirschen, reifen Himbeeren, etwas Pflaume und es kommen Kräuternoten dazu. Im Mund präsentiert sich der Wein mit einer animierenden Säure, schon recht runden Tanninen und er hat mit seinem mittelgroßen Körper eine gute Substanz für einen Basisspätburgunder. Es überwiegen die Kirschfrucht und gut eingebundene Holzaromatik, die sich auch im ordentlich langen Abgang widerspiegeln. Der Alkohol ist gut integriert. Für mich insgesamt 87 Punkte (18€, das ist sehr viel Geld *g). Der Wein dürfte sich aber noch weiter entwickeln.
- Weit mehr Substanz, Entwicklungsfähigkeit und Finesse präsentierte die Fassprobe, für die ich jedoch noch keine detaillierte Vkn angelegt habe. Da die Karaffe aber noch halb voll ist, werde ich dies nachholen.

- Zur Technik: War diese beim ersten Tasting sehr hilfreich, informativ und unterhaltend, so störte sie gestern eher. Die an sich tolle Idee, auch einige Verkoster per Videokonferenz einzubinden schlug wegen technischer Probleme fehl: Manche konnten ihre Cam nicht aktivieren, bei @Weinkaiser schneite es die ganze Zeit und man traute sich kaum etwas zu sagen, da, wenn man es doch tat, Echohall und Stimmengewirr eine gewinnbringende Kommunikation erschwerten. Leider verstand ich auch trotz höchster Lautstärkeeinstellung Patrick kaum, so dass ich vielem nicht folgen konnte. Da dazu noch meine an sich vorbildliche jüngste Tochter zum ersten Mal ihre Abendschreiqualitäten mit beachtlichem Stehvermögen austestete, war die Probe für mich nicht so entspannend wie die letzten.
- Auf jeden Fall trug die Videostreamprobe dazu bei, dass ich mir bisher verschlossene Aspekte meines Selbst entdecken durfte *ggg: Wenn ich sitze, schaut es aus, wie wenn ich stehen würde. Ich habe einen ernsten, apokalyptischen Blick…
Im Ernst: Als Fazit meine ich, dass man den Twitterstream wieder aufwerten und wenn es sich anbietet (z.B. Liveschaltung zu einem Winzer oder Moderation durch einen Winzer) auch die interaktive Videotechnik nutzen sollte. Insgesamt waren die letzten beiden Proben für mich der Höhepunkt der bisherigen #twv. Nochmals herzlichen Dank an Patrick und an alle Mitverkoster und -schreiber! Und: Innovatives darf auch mal scheitern…
Berichte anderer Weinblogger:


Hallo Christian. Du bist – ebenso wie ich übrigens – in die Preisfalle getappt. Der Wein kostet 18,00 Euro für 750ml und 9,75 Euro für 375ml.
LG
Uli
War extra nochmal auf der Seite… Flüchtigkeitsfehler *g 18 € ist meines Erachtens viel zu viel, was meinst du dazu?
Stimmt, habe ich auch schon bei der letzten Verkostung “bemängelt”. Aber Du weißt ja, der Markt bestimmt den Preis! Und für so manchen Roten aus der Toskana lege auch ich deutlich mehr auf den Tisch. …
Deiner Sektion “Technik” stimme ich voll zu. Ich fand beim ersten Johner twitter wine tasting die live Schaltungen zum Vater in den Wingert, den Weinkeller und dann auf die Terasse faszinierend.
http://schiller-wine.blogspot.com/2010/02/wine-and-web-20-in-germany.html
Cheers.
Christian
Ja, der Markt bestimmt den Preis und ein Roter aus der Toskana kostet halt nun mal mehr, auch wenn die Qualität vielleicht mal nicht so überzeugend ist. Aber schlecht ist der Tropefen ja auch nicht, da gibt es sicher scherwiegendere Fehler, die man machen kann.
[...] die weiteren Blogartikel über die Twitter Weinverkostung am 15.2.2010 Augsburger Weinblog Don Simon Weinspion [...]